Infoveranstaltung zum neuen Energiegesetz

Am 18. August informierte die Energieallianz Linth zusammen mit dem Kanton Glarus zum neuen Energiegesetz.

In der Einführung von Prof. Jürg Rohrer, Dozent für erneuerbare Energien, betonte er, dass wir aus wissenschaftlicher Sicht bis 2030 Netto Null erreichen müssten, um eine reelle Chance zu haben das 1.5° Ziel zu erreichen. Zudem seien die Risiken und Kosten von «nicht oder inkonsequentem Handeln» wesentlich höher als wenn wir die Energiewende rasch konsequent umsetzen würden. 

Darauf hin erläutert Kaspar Becker, Regierungsrat und Vorsteher des Departements Bau und Umwelt, das neue Energiegesetz, wie es vor die Landsgemeinde kommt. Er betonte, dass es kein visionäres Gesetz sei, sondern es vor allem darum gehe, mit den Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) 2014 zu harmonisieren. Ein Grossteil der Kantone habe dies bereits getan.  Die 10% Eigenstromproduktion bei Neubauten und 10% Einsparung oder Eigenstromproduktion bei einem fossilen Heizungsersatz sind leicht zu erreichen und soll jeweils ein Anstoss für mehr sein.

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Prof. Jürg Rohrer
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Regierungsrat Kaspar Becker

Weiter zeigte Dr Jakob Marti, Leiter der Abteilung «Umwelt, Wald und Energie» auf, wie in den letzten Jahren in den 3 Glarner Gemeinden Gebäudesanierungen unterstützt wurden um Energie effizienter zu nutzen. Dies wurde möglich gemacht durch einen an der Landsgemeinde 2010 ins Leben gerufenen Energiefonds.

Im anschliessenden Podiumsgespräch standen sich Toni Gisler, Fraktionspräsident der SVP und Mathias Zopfi, Ständerat der Grünen und Vizepräsident der Gemeinde Glarus Süd, gegenüber. Es wurde teilweise heftig diskutiert. Vor allem die 10% Eigenstromproduktion bei Neubauten gab zu reden. Die Befürworter meinten, dass jeder Neubau ohne Solaranlage eine verpasste Chance sei und die PV-Anlage auf die Baukosten sowieso höchstens einen marginalen Einfluss habe. Die  Gegnerschaft klammerte sich an das Argument, dass es nicht an allen Standorten Sinn mache eine PV-Anlage zu bauen. Vor allem kleine Anlagen seien nicht lohnenswert. Die 10% Einsparung oder Eigenproduktion bei einem fossilen Heizungsersatz bekämpfte die Gegenseite nicht. This Zopfi fand hingegen, dass dieser Punkt verschärft werden könnte, genauso wie auch die Vorbildfunktion der Behörden: 80% erneuerbare Energien bis 2050 sei zu wenig.

Jürg Rohrer wies abschliessend darauf hin, dass die Gegner von Massnahmen im Energie- und Klimabereich sehr häufig einzelne, seltene Spezialfälle aufzeigten, um damit die Massnahme als ungeeignet darzustellen. Keine Förderung oder kein Gesetz könne alles zu 100% optimal berücksichtigen. Spezialfälle gebe es immer, diese müssten später bei der Umsetzung gelöst werden und sollten nicht zur Ablehnung von guten Massnahmen missbraucht werden. 

Wir danken allen Referenten und Teilnehmern für die spannenden Beiträge und herzhafte Diskussion! Die Folien der drei Vorträge stehen unten zum Download zur Verfügung.

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Debatte mit Toni Gisler und Mathias Zopfi, moderiert durch Daniel Fischli